Politische Fehlentscheidungen korrigieren

Den genannten Zielsetzungen von Bildung und Schule stehen eine Reihe von hemmenden Faktoren und politischen Fehlentscheidungen entgegen, die eine gerechtere, am Kind orientierte schulische Bildung verhindern.

Die demographische Entwicklung bringt rückläufige Schülerzahlen mit sich.

Durch politische Fehlentscheidungen hat dies im letzten Jahrzehnt zu einer "Schulschließungswelle" geführt. Viele Gemeinden und Ortsteile haben ihre Schule verloren. Die Kinder wurden mit längeren Fahrtwegen und die Eltern mit höheren Kosten belastet.

Immer neue bildungspolitische Experimente, Flickschusterei und Ankündigungen täuschen nicht über eine erfolglose Politik hinweg: ein gescheitertes G8-Experiment auf dem Rücken von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrern, Oberstufengymnasien zu Lasten von Berufsschule und Gesamtschule, zu große Klassen, zu wenige Lehrerinnen und Lehrer und viel zu viel Unterrichtsausfall - bei dieser Bilanz kann und darf es nicht bleiben.

Viele Eltern fürchten, dass eine erneute Schulreform zu Lasten ihrer Kinder gehen wird. Zudem wird Bildungsgerechtigkeit immer stärker von den finanziellen Möglichkeiten der Familien bestimmt. Im Saarland wird Bildung weitgehend über private Gebühren bezahlt: teure Betreuungsplätze in der Kita, Schulbuchgebühren, hohe Ausgaben für Nachhilfe im G 8, Studiengebühren für Langzeit- und Zweitstudium.



Gebühren sind jedoch Hürden für Bildungsteilhabe - viel zu viele Bildungschancen werden damit zunichte gemacht. Das gilt umso mehr für Kinder mit Migrationshintergrund oder mit Behinderungen und Beeinträchtigungen unterschiedlichster Art. Das ist schädlich für den Einzelnen und für die Gesellschaft insgesamt.